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Geistliche Gedanken und Gebetsimpulse für Daheim

Gedanken zum 5. Sonntag im Jahreskreis

Wer über das Wort Gottes spricht, steht zugleich auch unter dem Wort. Ein Prediger ist herausgehoben und bleibt doch Teil der Gemeinde. Ein Prediger hört, während er spricht. Und wer über Gott und Christus spricht, ist besonders Hörer von Gottes Wort. Prediger sind die ersten Diener des Wortes, könnte man sagen. Mir liegt viel daran, das heute zu betonen. Denn im Evangelium geht es um die Bergpredigt, also um den Herzschlag Jesu. Darüber kann man nicht einfach so reden. Den muss man zugleich hören.

Man sollte nicht herkömmlich über die Bergpredigt sprechen. Schon gar nicht sollte man die Bergpredigt als eine Reihe von „Anweisungen“ hören, verstehen und weitersagen. Die Bergpredigt ist Brot für Hungernde; ist Wasser für Durstige. Das sollten Prediger zunächst schmecken: hier geht es ums Leben, nicht um ein paar Anweisungen. Um Jesus herum, in seiner Nähe sitzen Menschen auf Gras oder Felsen und haben Nahrung nötig, Nahrung für ihre Seelen. Die Bergpredigt spricht zu Menschen, die sich ein wenig vergessen vorkommen, nicht so recht gebraucht, die sich gelegentlich für überflüssig halten. Die Bergpredigt spricht zu an der Welt Leidenden – und an ihrem Leben Leidenden; zu Menschen also, die sich immer wieder einmal traurig fragen: Wer bin ich eigentlich?

Diese Menschen bekommen eine Antwort; zunächst in den Seligpreisungen (5,1-11), dann in den Worten vom Salz und vom Licht. Die Antwort heißt, das muss man in Großbuchstaben denken und schreiben: IHR SEID BESONDERS. Ihr, die ihr euch armselig vorkommt, fühlt euch vielleicht arm, tatsächlich aber seid ihr selig. Die Welt braucht euch, um sich zu drehen. Ohne euch geht es nicht. Ohne euch bleibt die Welt zwar nicht stehen, aber sie tritt auf der Stelle.

Und das sagt der Heiland zuerst denen, die sich über die Bibel beugen, um eine Predigt vorzubereiten. Du, Prediger, bist etwas Besonderes. Gott möchte dich gebrauchen, um etwas Bedeutendes zu sagen, nämlich: Ihr, die ihr jetzt zuhört, seid etwas Besonderes. Keiner von denen, die im Gottesdienst sitzen, ist überflüssig. Jeder und jede von denen, die heute im Gottesdienst sind, ist ein Wunsch Gottes. Der Prediger, die Jungen und Alten, die Starken und Traurigen, die Vergesslichen und Überheblichen – alle sind ein Wunsch Gottes. Jesus spricht diesen Wunsch aus. Er sagt: Ihr alle, jeder und jede von euch, gebt der Liebe ein Gesicht.

Und dann, nach dem Hören und Feiern der Eucharistie, geht bitte wieder in die Welt, in euren Alltag, und seid ein Gesicht der Liebe.

 

Zusammengestellt von Pfarrer Dr. Thomas Stübinger

Tipps für Gottesdienste im Fernsehen oder Rundfunk

Auf der Bistumshomepage haben wir Möglichkeiten zusammengestellt, um Eucharistiefeiern im Internet, Fernsehen und Radio mitzufeiern.

https://www.bistum-eichstaett.de/coronavirus/gottesdienstuebertragungen/

Es ist dort leicht möglich, die Lesungen des Tages zusammen mit einem kleinen Kommentar zu finden.

Zahlreiche, sehr empfehlenswerte geistliche Impulse finden Sie auch unter: www.katholisch.de

Füreinander beten in Zeiten der Coronakrise

Jesus,
du Heiland der Menschen,
ich empfehle deinem Schutz  
die Menschen dieser Erde:
die vom Coronavirus infiziert sind,
die sich in Quarantäne befinden,
die sich ängstigen und unsicher sind,
die krank sind und besonderen Schutz brauchen,
die verzweifelt und einsam sind,
die um Angehörige trauern.

Jesus,
du Heiland der Menschen,
ich bitte dich
für alle, die sich im Gesundheitswesen mit großem Einsatz um Kranke kümmern,
für die Politiker und Politikerinnen in Deutschland und weltweit, die weitreichende Entscheidungen treffen müssen,
für die Wissenschaftlerinnen und Forscher, die sich intensiv um medizinische Hilfe bemühen,
für alle, die vor dem beruflichen und wirtschaftlichen Aus stehen,
für alle, die zuverlässig und einfallsreich helfen,
für uns - um das Vertrauen, dass du dich um jeden und jede von uns sorgst und niemanden verlässt.


Amen.